Billigwelpen und die Gefahr für uns Menschen

Heute haben wir bei Facebook einen Kommentar eines engagierten Tierarztes gefunden, der uns freundlicherweise die Erlaubnis erteilt hat, seinen Artikel auch auf unserem Blog zu veröffentlichen.
 
Diejenigen unter Euch, die uns persönlich kennen, wissen, wie sehr wir immer wieder versuchen aufzuklären, dass Geiz bei dem Erwerb eines Hundes völlig fehl am Platz ist. Wir selber haben ja schon Einiges zu dem Thema geschrieben, aber in dem folgenden Artikel geht es nicht nur darum, dass ein vermeintlicher Billigwelpe nicht nur meistens höhere Kosten verursacht, sondern Herr med. vet. Goßmann-Jonigkeit, Tierarztpraxis Dr. med. vet. Jonigkeit, weist auch auf die Gefahr der übertragbaren Krankheiten für uns Menschen hin, die von solchen Schnäppchenhunden ausgehen.
 
Aber lest bitte selber:
 
VERMEHRER-Tiere sterben früh und teuer…
 
Es wiederholt sich wöchentlich, teilweise mehrfach: die Erstvorstellung eines SCHNÄPPCHENs in der Tierarztpraxis – meist entweder hippe und angesagte Hunderasse oder super exotische Katzenrasse. Was soll denn daran falsch sein? Ganz einfach: ein GROßTEIL dieser WARE stirbt binnen weniger Wochen… Wieso? Einfach mal lesen:
 
Der Online-Handel mit Billig-Tieren aller Art boomt. Die Ware ‚Tier‘ hat sich bei vielen Geschäftstüchtigen als äußerst lukrativ bewährt. Die Produktion läuft auf Hochtouren; ähnlich nachwachsender Rohstoffe – sowohl hier als auch im Ostblock. Dafür werden Hündinnen und Katzen zu regelrechten Gebärmaschinen umfunktioniert. Mittels Hormontherapie werden Eisprung und Produktivität auf ein absolutes Maximum gesteigert. Und wenn ein Tier nicht erfolgreich abliefern kann – Ende! Tod!
 
Rechtlich betrachtet ist die verhökerte Ware in der Regel defekt = sterbenskrank!!! Auch wenn sie (der Welpe) in beinahe allen Fällen für die Besichtigung bzw. Kauf fitgespritzt wurde… Ein paar Tage nach Kauf zeigen sich die ersten Symptome!
 
ZoonoseInfiziert mit so manchen Bakterien, Viren und Einzellern stellen die meist viel zu früh von der Mutter getrennten und daher fälschlicherweise als Zwergenvariante deklarierten Opfer eine echte Gefahr für alle menschlichen Kontaktpersonen dar. Der Kotbefund auf dem Bild stellt ein typisches Extrembeispiel eines Vermehrerwelpen dar. Dabei bedeutet jede ZOONOSE eine Erkrankung, die problemlos auf Menschen übertragbar ist. Gerade bei Kindern, alten, schwangeren und kranken Menschen ist die Infektionsgefahr besonders groß! Und dann machen die zuständigen Gesundheits- und Ordnungsämter richtig Wind – und das zu Recht!
 
Jetzt wird sich der Ein oder Andere fragen warum ich mich als Tierarzt so über diese Umstände aufrege – schließlich füllt die Behandlung dieser armen Kreaturen meine Kasse… Man wird nicht Tierarzt um reich zu werden!!! Wir möchten Tieren helfen und ihnen nicht beim Sterben zuschauen! Denn genau das passiert: sie sterben qualvoll an Parvovirose- oder Staupeviren, multiresistenten Darmbakterien oder -Einzellern. Korrekter allerdings wäre der Begriff „verrecken“ – trifft’s besser.
 
Bereits durch den Kauf eines einzigen Welpen ist der nächste Wurf bereits finanziell gesichert. Auch wenn MITLEID und BESCHÜTZERINSTINKT noch so stark geweckt werden, sollte man definitiv vom Kauf absehen. Die Nachfrage regelt nun Mal das Angebot – leider auch hier… Man kann an diesem System nur etwas ändern wenn man u.a. diese ‚HÄNDLER DES TODES‘ ans zuständige Veterinäramt meldet und die Angebote beim jeweiligen Online-Portal sperren lässt. Das Finanzamt freut sich übrigens bestimmt auch über einen Hinweis zu unversteuerten Einkommen der Händler… Warum die Herrschaften der Ämter da nicht hinterher sind ist mir eh ein Rätsel!?! Solange die ‚Ware Tier‘ rechtlich als Sache definiert bleibt wird man den Online-Handel auch nicht verbieten können – mal so als Denkanstoß.
 
Daher: Augen auf beim Welpenkauf! Beispielsweise:
Wenn die Mutter der Welpen bei der Besichtigung nicht da ist => Finger weg!
Wenn man den Welpen sofort ohne weiteres mitnehmen kann => Finger weg!
Wenn mehrere Rassen gleichzeitig angeboten werden => Finger weg!
Wenn nur ‚Ware gegen Cash‘ ohne Kaufvertrag => Finger weg!
 
Zum Schluss noch ein Fakt, der das Geiz-ist-geil-Kartenhaus sofort zusammenfallen lassen dürfte: Mehr als die HÄLFTE aller Vermehrerwelpen müssen direkt nach Erwerb tiermedizinisch behandelt werden! Ein Großteil intensiv – sowohl medizin- als auch kostentechnisch. Damit wird das vermeintlich ach so tolle Schnäppchen zum Tier- und Geldgrab… Und nein, das freut auch den Tierarzt NICHT!
 
Nur die potentiellen Kunden können was ändern. Boykottiert dieses System, das auf der Ausbeutung der Tiere basiert. Denn ohne Interesse gibt‘s auch kein Angebot…
 
Tierarzt med. vet. Sebastian Goßmann-Jonigkeit
 
Quelle: https://www.facebook.com/Tierarzt.Jonigkeit/posts/915922591761306:0
© Tierarztpraxis Dr. med. vet. Jonigkeit, Olpener Straße 25, 51766 Engelskirchen
 

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