Dreistigkeit mancher Züchter

Es ist kein Geheimnis, dass wir schon seit einigen Monaten auf der Suche nach einer zweiten Havaneserhündin für unsere Zucht sind. Als Züchter schaut man sich die Welpen unter anderen Kriterien an, als jemand, der eher einen Familienhund möchte. Natürlich sollen auch Familienhunde gesund und gut sozialisiert sein, aber für einen Züchter spielen Ahnen, Körperbau, Größe, Gewicht, Zähne, Farben, Pigment und Geschlecht eine entscheidende Rolle.
 
Uns ist in den letzten Monaten schon so einiges passiert, aber das Gestrige toppt sicher alles!
 
Wir hatten eine in der „Havaneserscene“ sehr bekannte und beliebte Zucht in Frankreich ausfindig gemacht. Auf der Webseite waren vier Welpen zu vermitteln. Uns interessierten die beiden Hündinnen. Wir setzten uns mit dem Züchter in Kontakt, der ausgezeichnetes Deutsch sprach. Am Telefon erklärte er uns, dass die Welpen leider eine Zahnfehlstellung hätten und daher nicht an Züchter verkauft werden. Das machte schon mal einen seriösen Eindruck.
 
Im gleichen Telefonat erzählte er uns, er hätte aber noch zwei Junghündinnen, von denen er sich leider trennen müsste. Seine Frau sei schwer erkrankt und daher würden sie die Zucht aufgeben. Eine Hündin sei aus seiner eigenen Zucht, die andere Hündin von einem VDH Züchter aus Deutschland.
 
Wir baten um genauere schriftliche Informationen zu den Ahnen der Hündinnen und aktuelle Fotos. Explizit fragten wir auch zur Zahnstellung, denn bei Junghunden ist der Zahnwechsel schon fertig.
 
Er schickte uns am gleichen Abend Fotos und die gewünschten Informationen. Besonders interessierte uns die Hündin aus Deutschland. Ein bildhübsches Mädchen, gerade 7 Monate alt. Der Preis war nicht gerade gering, aber gut, wenn ein Hund bereits umgezahnt ist und alles andere stimmt, sind wir gerne bereit etwas mehr zu bezahlen.
 
Also machten wir uns gestern auf den Weg nach Frankreich. Über 650 km eine Strecke. Der Besuch bei dem Züchter dauerte dann keine halbe Stunde und wir machten uns auf den Rückweg. Ohne Hündin!
 
Die Hündin aus Deutschland hatte einen deutlich sichtbaren Vorbiss, die zweite Hündin fehlendes Pigment. Diese war noch dazu extrem scheu. Wir wissen nicht, was der Züchter sich dabei gedacht hat. Gut, nach Pigment hatten wir im Vorfeld nicht explizit gefragt, aber Zähne schon. Er wollte uns tatsächlich weiß machen, das Gebiss würde sich noch verändern, die Kleine sei ja erst 7 Monate, und das Pigment der anderen Hündin wäre lediglich so hell, da diese jetzt läufig würde. Zahn- und Pigmentfehler sind keine Dramen, bei Familienhunden überhaupt nicht tragisch, aber zuchtausschließend. Mit solchen Hündinnen würde kein seriöser Züchter züchten.
 
Auf erneute Nachfrage, warum er sich denn von den Hunden trennen wollte, gab er nun nicht die Krankheit seiner Frau an, die sich übrigens auch im Raum befand, sondern die im nächsten Jahr geplante Steuererhöhung in Frankreich. Da könnte er das Hundefutter ja kaum noch bezahlen.
 
Wir sind keine großen bekannten Züchter, aber auch wir kennen uns aus! Wir lassen uns doch nicht für dumm verkaufen! Es ist schon eine Dreistigkeit, dass ein Züchter jemanden eine so lange Anfahrt machen lässt, wohl wissend, dass seine zu verkaufenden Hunde nicht in Ordnung sind. Wir wissen nicht, ob die Zuchtvoraussetzungen in Frankreich so locker sind, dass er dort diese Hunde zuchttauglich bekommt, aber wir werden definitiv nicht mit solchen Hunden züchten.
 
Anstatt sich zu schämen, war der Herr noch sichtlich verärgert, dass ihm nun eine Menge Geld entgangen ist. Da hat er uns wohl unterschätzt. Sicher nahm er an, wer eine so weite Fahrt auf sich nimmt, fährt nicht ohne Hund zurück. Natürlich ärgern wir uns über die Fahrt, denn auch Benzin kostet Geld, aber wir legen großen Wert auf unsere Hunde und lassen uns auch von einem so bekannten Züchter nicht blenden!
 
Es tut uns nur leid um die Hunde, die wir am liebsten eingepackt hätten, nur um sicherzustellen, dass sie hier ein Zuhause finden, wo sie von Menschen geliebt werden. Das ging natürlich nicht. Außer, wir hätten eine horrende Summe auf den Tisch gelegt. Bei aller Tierliebe, das übersteigt dann leider auch unsere Möglichkeiten…
 

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