RTL Sendung Stern TV vom 08.02.2017 – Stellungnahme des CDK

Wer die Sendung zum Thema Welpenhandel gesehen hat, war sicherlich erschrocken über die Zustände in manchen Zuchten. Wir finden es gut, wenn das Thema diskutiert wird, allerdings hat uns und vielen anderen Züchtern die Aussage der Tierärztin überhaupt nicht gefallen! Jetzt hat unser Verein, der Club der Kleinhunde Ebern e.V., die Angelegenheit einer Anwältin übergeben. Wir finden es toll, dass unser Verein seine Mitglieder so unterstützt! Unser Vorstand hat die Erlaubnis gegeben, den Kommentar zu teilen:
 
SO NICHT! Der CDK bezieht Stellung. Richtigstellung zur Stern TV Sendung vom 08.02.2017
 
Ein offener Brief an Stern TV
Dieses Schreiben wird heute im Namen des Clubs der Kleinhunde Ebern e.V. (CDK) an den Sender Stern TV über die Rechtsanwältin Daniela Müller der Anwaltskanzlei Müller in 33602 Bielefeld verschickt. Das Originalschreiben mit Briefkopf der Anwaltskanzlei wird in Kürze auf unserer Homepage wie auch im Heft Ausgabe 2 (Ausgabe 1 ist bereits gedruckt) publiziert. Hier nun das Schreiben:
 
Verantwortliche Zucht in der Dissidenz!
 
Offener Brief des Club der Kleinhunde Ebern e.V. zu Ihrem Beitrag „Illegaler Welpenhandel“ (ausgestrahlt am 08.02.17)
 
Sehr geehrte Damen und Herren,
 
hiermit zeigen wir Ihnen die Interessenvertretung des Club der Kleinhunde Ebern e.V. (Cdk) vertreten durch seine Vorsitzende, Frau Christine Andres, an.
 
Namens und im Auftrag unserer Mandantschaft wenden wir uns heute hiermit im Rahmen eines offenen Briefes an Sie. Anlass dazu hat Ihre Reportage zum „Illegalen Welpenhandel“, ausgestrahlt am 08.02.17 gegeben.
 
Zunächst sei in der gebotenen Deutlichkeit klargestellt, dass sowohl unsere Mandantschaft, als auch die Unterzeichnerin die grundsätzliche Aufbereitung der Thematik „Illegaler Welpenhandel / Unseriöse Hundezucht“ außerordentlich begrüßen.
 
In einer Zeit, da der Presse nahezu täglich Berichte über die Beschlagnahme von illegal eingeführten – unter mutmaßlich verheerenden Umständen gezogenen – Welpen zu entnehmen sind und jedes Kleinanzeigenportal Zeuge des Marktes „Haustiervermehrung“ ist, tut Information und Aufklärung Not.
 
Wenn aber eine so hoch sensible Thematik angesprochen und Aufklärung geboten werden soll, dann sollte dies, in journalistischer Verantwortung, auch umfänglich und sachgerecht, nicht pauschalisiert erfolgen.
 
Vorstehendes ist in Ihrer Sendung vom 08.02.17 bedauerlicherweise nur zum Teil gelungen. Es bedarf aus Sicht unserer Mandantschaft die sich (gemeinsam mit einer Vielzahl anderer verantwortlicher Züchter außerhalb der Verbände VDH / FCI) durch Sendungsanteile diskreditiert sieht, der deutlichen Klarstellung.
 
Die Klarstellung ist insoweit geboten, als in der dem Filmbeitrag folgenden Diskussionsrunde für den objektiven Zuschauer der Eindruck erweckt worden ist, als sei verantwortliche Hundezucht allein innerhalb der Verbände VDH und FCI gegeben. Der Umkehrschluss wäre, und so wurde es bedauerlicherweise dargestellt, dass jedweder Züchter und Zuchtverband, der nicht unter dem VDH und FCI organisiert ist, unseriös handelt und mit Skepsis zu betrachten ist.
 
Vorstehendes ergab sich aus dem Redebeitrag der Tierärztin Frau Dr. Kirsten Tönnies, welche – bedauerlicherweise unwidersprochen – ausführte, dass ein Zuchtverein, welcher nicht einem der beiden Dachverbände angeschlossen sei „verdächtig“ wäre.
 
Dies kann und wird unsere Mandantschaft nicht unwidersprochen hinnehmen. Wir wünschen uns eine öffentliche Klarstellung oder fachlich fundierte Auseinandersetzung mit dem Thema.
 
Der mandatierende Verein „Club der Kleinhunde Ebern e.V.“ züchtet – wie eine Vielzahl anderer Zuchtverbände auch – bewusst in der Dissidenz. Zur Begrifflichkeit ist es hier gut zu wissen, dass „Dissidenz“ (aus dem lateinischen dissidere = nicht übereinstimmen / getrennt sein) einen anders Denkenden beschreibt. Die Dissidenz ist in der Hundewelt die Bezeichnung für Hundezüchter und Vereine, die nicht dem VDH / FCI angehören.
 
Diese „Nichtangehörigkeit“ ist jedoch nicht das Synonym für die Nichtbeachtung von Zuchthygiene, Verpaarung von genetisch ungeprüften oder ungesunden Elterntieren. Häufig im Gegenteil.
 
Unsere Mandantschaft hat sich beispielhaft bewusst – nach langjähriger Zugehörigkeit von Frau Christine Andres zu VDH angehörigen Verbänden – gegen eine VDH Zugehörigkeit entschieden, da Rassen und Farbschläge betreut werden sollten, die vom VDH und FCI bislang nicht anerkannt worden sind und da der VDH und FCI mit seiner Praxis der Nichtanerkennung verbandsfremder Dachverbände nach diesseitiger fachlicher Einschätzung einer biologisch sinnvollen Erweiterung des Genpooles entgegen.
 
Unsere Mandantschaft ist ein Verein in der Dissidenz. Gleichwohl steht der Club der Kleinhunde Ebern e.V. für eine gesunde, moderne Rassehundezucht, die sich für den Erhalt und die Förderung der Vielzahl unterschiedlichster Kleinhunderassen und ihrer genetischen Vielfalt einsetzen.
 
Zur Erreichung dieses Ziels ist der Verein als kleiner und persönlicher Verein ausgestattet. Es wird regelmäßiger Kontakt zu Züchtern und Mitgliedern gehalten. Die Ahnentafeln weisen vier Generationen aus. Gesundheit und Funktionalität haben in der Rassehundezucht unserer Mandantschaft immer oberste Priorität. Modetrends wird nicht gefolgt.
 
Die Vorsitzende – Frau Christine Andres – verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung im Hundewesen. Ihre Fachlichkeit beweist sich in einer Vielzahl von Fachartikeln in Hundezeitschriften. Sie wird als Zuchtrichterin (in der Dissidenz) in den USA, England, Russland etc. eingesetzt. Sie ist Autorin des Buches „Hunde erfolgreich ausstellen“.
 
Ein solcher Verein verdient nicht das in Ihrer Sendung zu Tage getretene Pauschalurteil. Sowohl in den zahlreichen Abteilungen und einzelnen Vereinen des VDH gibt es – wie auch in der Dissidenz – „schwarze Schafe“. Es ist hier nicht angezeigt, Pauschalurteile zu fällen.
 
Bedauerlicherweise reagiert nicht allein unsere Mandantin – im Zuge einer etwaigen Überempfindlichkeit – auf Ihre Berichterstattung, vielmehr muss hier verzeichnet werden, dass seit Ausstrahlung Ihrer Sendung vermehrt auf die Nichtzugehörigkeit zum VDH angesprochen wird und in der Bevölkerung Misstrauen erweckt ist. Dies ist nicht sachgerecht.
 
Wir bitten daher sich der Thematik anzunehmen.
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Rechtsanwältin
(Daniela Müller)

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